Marketing Reengineering

Die Welt hat sich verändert. Die Wohlstandsgesellschaft ist an ihre Grenzen geraten. In vielen Bereichen ist der Werteverzehr größer als die Wertschöpfung. Es fehlen angeblich die Konzepte für eine grundsätzliche Erneuerung.
Wir liegen im Marketing immer noch auf der Wellenlänge von Newton. Die Idee vom Gleichgewicht der Kräfte, von Angebot und Nachfrage ist immer noch der treibende Gedanke im Marketing. Auch wenn mit Schlagwörtern wie Customer-Relations, Service-Orientierung etc. operiert wird. Die Grundidee hat sich bestenfalls „runderneuert“, denn wir denken nach wie vor viel zu statisch und fokussiert, um die neuen Lösungen zu erkennen.
Anregungen könnten wir uns von Einstein und Heisenberg mit ihren Theorien der Unschärfe und der Relativität holen, die maßgeblich den technischen Fortschritt beeinflusst haben.
Das Marketing Reengineering, das wir jetzt benötigen, muss nicht nur die Atomisierung und Individualisierung der Märkte erkennen (davon sprechen wir seit über 30 Jahren), sondern vor allem der Dynamisierung Rechnung tragen. Wer eine neue Software entwickelt und damit zwei Stunden später am Markt ist als die Konkurrenz, hat verloren. Die Innovations- und Lebenszyklen von Produkten werden immer kürzer. Viele Produkte sind schon überflüssig, bevor sie überhaupt auf den Markt kommen. Die hohe Dynamik der Märkte, die durch eine weltweite Kommunikation beeinflusst wird, erzeugt in immer rascheren Folgen kurzzeitige Chancen-Fenster, in die man Produkte oder Dienstleistungen platzieren kann. Dieses permanente Ausschau-Halten nach Chancen wird immer „normaler“ werden und verlangt eine insgesamt flexiblere Struktur in den Unternehmen. Wir müssen erkennen, dass die neuen Kommunikationsmittel wie das Internet keine „Nice to have“-Spielerei sind, sondern notwendige Werkzeuge, um in einem globalen Wettbewerb bestehen zu können. Der „globale Wettbewerber“ sitzt übrigens gleich bei Ihnen um die Ecke.